Wenn der Wunsch nach Liebe unglücklich macht

Nichts ist schmerzhafter als unerfüllte Liebe. Seit Jahrtausenden suchen Menschen dafür Metaphern: Von Platon über das Bindungsmodell bis zu Dualseelen oder Twinsouls. Manche Modelle jedoch bergen die Gefahr, im Leid gefangen zu bleiben

Platons Geschichte von den Kugelmenschen ist zunächst wunderschön: Die von den Göttern geteilten Kugelmenschen irren solange umher, bis sie ihre Hälfte gefunden haben, um dann mit ihr in Liebe erneut verschmelzen zu können. Das klingt nach einem wundervollen Plan. Wir können davon ausgehen, dass auch das fernöstliche Yin und Yang-Zeichen mit den beiden verschlungenen Halbkreisen von einer solchen Geschichte inspiriert wurde.

In der Liebe werden so zwei Unvollständige wieder vollständig, sie werden wieder eins. Es ist eine Frage der persönlichen Bindungshaltung, ob sich dies wie Verheißung oder Bedrohung anfühlt. Wer Nähe sucht, wird die Idee erstrebenswert erleben, wer Selbstbestimmung sucht, wird flüchten. Die moderne Sicht der Liebe dagegen sieht es ja eher so: Zwei Individuen verbinden sich und schaffen zum Ich und Du noch ein zusätzliches Wir. Dieses Wir ist die Beziehung, die sie führen. Jedes Paar kann diese anders definieren, hoffentlich so, dass beide Partner glücklich werden.

Nun hat jeder je nach Prägung durch die Eltern oder Bezugspersonen und später durch die individuellen Beziehungserfahrungen unterschiedliche Bedürfnisse nach Nähe und Distanz. Jede Beziehung ist deshalb einzigartig. Für manche Paare sind zehn Textnachrichten am Tag gerade ausreichend, für andere genügt eine als Bestätigung der Bindung. Beim Kugelmodell fügen sich die Kontaktflächen der Partner ganz genau ineinander. Beim modernen 1+1=3-Modell bewahren sich die Partner ihre Selbstbestimmung und schaffen zusätzlich etwas Gemeinsames.

Die Bindungstheorie besagt, dass sich geringer Selbstwert in verschiedenen Ausrichtungen zeigt: in aktiver und passiver Bindungsangst, in dem Verlangen, sich Liebe zu verdienen und im Bedürfnis, Anerkennung zu erhalten. Wenn geringer Selbstwert eine Medaille ist, dann sind Verlustangst und Bindungsangst deren zwei Seiten. Die Dynamik, wenn sich solch ängstliche Bindungstypen mit vermeidenden Bindungstypen einlassen, ist immer ähnlich: Auf die Bemühungen des einen Partners reagiert der andere mit Rückzug, das wiederum motiviert ihn, sich noch mehr zu bemühen und das sorgt für noch mehr Rückzug. Bleibt die Anerkennung aus, bemüht sich der vermeidende Partner – und es beginnt von vorne.

Vermutlich hat jeder bereits einmal die eine vielleicht sogar auch die andere Variante erlebt und sich selbst einmal vermeidend und auch einmal ängstlich verhalten. Und jeder hatte bereits einmal das Gefühl, einen ganz besonderen Menschen kennenzulernen, sich ihr oder ihm ganz anders und viel inniger verbunden zu fühlen als mit allen anderen Kontakten zuvor. Viele nennen diese Personen Seelenverwandte, manche nennen sie Dualseelen, Zwillingsseelen oder Twinsouls.


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