Habe ich beim Dating ein Recht auf Ehrlichkeit?


Es hat sich bei uns jungen Menschen eine Mentalität der Ignoranz herausgebildet. Es ist beispielsweise längst salonfähig geworden, Personen, auf die man – vielleicht nur momentan – keine Lust hat, einfach zu ghosten oder solange mürbe zu schweigen, bis diese ihrerseits ihr Interesse an weiteren Treffen verloren haben. In Dating-Apps werden falsche Namen, Geburtsdaten und sogar Beziehungsstatus verwendet. Bei Dates wird vielfach geflunkert oder dreist gelogen, bloß um seine momentanen Gelüste befriedigt zu bekommen. Alternative Fakten dienen dabei den eigenen egoistischen Motiven, gleich ob dabei Andere verletzt werden.

Mir haben viele Freunde erzählt, dass ihnen die gegenwärtige Datingkultur zuwider sei. Weil man aufgrund der vielen schwarzen Schafe heute gar nicht mehr so genau wisse, wem man noch vertrauen kann (und damit sein Herz öffnen und Gefühle zulassen), seien sie sehr vorsichtig geworden. Die prickelnde Ungewissheit, die früher unsere Neugier weckte, schreckt jetzt viele Menschen davon ab, sich mit Herz und Seele auf das Abenteuer des Datings einzulassen – auch weil Ehrlichkeit eben längst nicht mehr Standard ist.

Um dieses gestörte Klima wieder ins Lot zu bringen, gibt es eigentlich nur einen Weg: den von mehr Ehrlichkeit. Das heißt: nicht mit den Gefühlen und Hoffnungen des Anderen spielen. Sich der eigenen Verantwortung bewusst sein, die man dadurch eingeht, dass man einen anderen Menschen auf ein romantisches Date trifft. Nicht ständig das Totschlagargument des „Alles geht, nichts muss“ bemühen. Unverbindlichkeit nicht mehr großschreiben, sondern als Angst entlarven. Und notfalls lieber mal auf ein Date verzichten, als einen anderen Menschen in die Dunkelheit zu locken. Das ist Ehrlichkeit und hat schlicht und ergreifend mit Respekt zu tun.

Habe ich ein Recht auf die Ehrlichkeit beim Dating? Aber sicher! Wer dies abstreitet, ergreift Partei für die Lüge. Und aus Lügen werden niemals Liebe und tiefes Glück erwachsen.


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