Wenn die Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen die Beziehung belastet

So können Sie Ihrem Partner im Trauerfall helfen

Hilfreich für Ihren trauernden Partner kann es sein, wenn Sie

  • … der Trauer Ihres Partners (und den mit ihr einhergehenden Emotionen) Raum geben und diese bedingungslos als eine natürliche, normale Reaktion auf ein entsetzliches Ereignis akzeptieren. Sprich: wenn Sie ihm/ihr das Gefühl vermitteln, dass seine/ihre Trauer sein darf, ohne Wenn und Aber
  • … für Ihren Partner da sind, ihn/sie dabei aber zu nichts zwingen (das gilt besonders für die Phase der inneren Leere und des Schocks kurz nach dem Bekanntwerden des Trauerfalls; was Sie vermeiden sollten sind Sätze wie „Jetzt wein doch endlich mal!“ oder umgekehrt „Lass dich nicht so gehen!“)
  • … die Leere, Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Wut, Zweifel, Schuldgefühle etc. Ihres Partners ertragen, ohne ihm/ihr Vorwürfe dafür zu machen, dass er/sie leidet und dadurch – temporär! – Ihre Beziehung geprägt wird
  • … immer wieder nachfragen, ob Sie ihm/ihr etwas abnehmen können, für ihn/sie etwas konkret tun können (z.B. Einkäufe, Verwaltungskram und andere lästige Pflichten)
  • … für Ihren Partner da sind, aber sich selbst dabei nicht aufgeben (soziale Kontakte abbrechen, Rückzug, in Mitleid zerfließen); dadurch tun Sie nicht nur sich selbst, sondern auch Ihrem Partner etwas Gutes. Bitte beachten Sie: Meist sind sich Trauernde der Hilflosigkeit oder Irritation Ihres Partners sehr wohl bewusst und entwickeln deswegen bisweilen starke Schuldgefühle
  • … geduldig mit Ihrem Partner sind
  • … sich Ihr eigenes Bild der Trauer vergegenwärtigen und reflektieren. Oftmals macht uns die Trauer eines anderen gerade deswegen Angst, weil sie in uns Erinnerungen an eine eigene frühere Verlusterfahrung weckt
  • … sich auf Ihren Partner zubewegen, statt sich von ihm abzuwenden und mit seiner Trauer alleine zu lassen
  • … die Trauer Ihres Partners nicht als Abwendung von Ihnen missverstehen, sondern den Kontext verstehen: Manchmal „hängen“ an der Trauer noch weitere, ungelöste Konflikte mit dran (Beispiele: durch einen plötzlichen Tod konnte der trauernde Partner einen alten Konflikt mit der verstorbenen Person nicht mehr lösen bzw. sich mit ihr aussöhnen; durch den Tod kann eine alte Schuld nicht mehr beglichen werden). Diese sind dem Trauernden/der Trauernden oft zunächst nicht bewusst und beeinflussen dennoch den Verlauf und die Dauer der Trauer

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