Du wirst Papa und ich sehe zu

Jetzt kann ich es nicht mehr verdrängen – der errechnete Geburtstermin ist in weniger als einem Monat, die einst schwammige Vorstellung ist nun so greifbar nahe. Während wir die letzten Monate immer genau geplant haben, wann wir uns das nächste Mal sehen und ich mir die Termine fett und mit kleinen Herzen verziert im Kalender markiert habe, hast du dieses Mal nur gesagt, du willst es spontan entscheiden. Weil du da sein willst, wenn es so weit ist.

Und während ich mir einrede, wie toll es ist, dass du die Verantwortung übernimmst und einfach ein guter Vater sein willst, zerreißt es mir das Herz in unzählige kleine Stücke. Ich stelle mir vor, wie du ins Krankenhaus fährst und neben ihrem Bett sitzt, mit dem Baby zwischen euch, wie ihr euch anlächelt, du ihre Hand hältst und einfach für die beiden da bist.

Dabei wünsche ich mir doch nur, dass du auch für mich da bist. Und statt sauer auf sie oder dich zu sein, bin ich einfach nur traurig und sauer auf mich selbst, dass nicht ich es bin, die dir dieses Wunder des Lebens schenkt. Schäme mich, dass ich ein kleines Baby als Konkurrenz empfinde, als Konkurrenz um deine Zeit und deine Gefühle. Ich weiß, dass ich nicht nur Angst vor dem Baby habe, sondern auch davor, was es mit dir und der Frau macht, von der du sagst, dass da nichts mehr zwischen euch sei. Frage mich, warum ich es in deinen Augen offenbar nicht wert bin, dass du mir den gleichen Stellenwert einräumst wie deinem Kind und dessen Mutter.

Warum sind wir überhaupt zusammen, wenn doch alles irgendwie so viel wichtiger zu sein scheint? Warum fühlst du dich verantwortlich für das Baby und für sie, aber für mich nicht so sehr, dass du mir ein klares Zugeständnis machen kannst? Einfach mal sagst: Ich glaube daran, dass wir das schaffen. Ich fühle mich so machtlos, als Außenstehende, die nur darauf wartet, dass du dich entscheidest. Für oder gegen ein Leben mit mir, dem Kind und der Mutter.


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